YodaWiki : Schmierzettel

Schmierzettel


  1. Unreal
  2. Qs Un Eo Si Tt Is Oe Nu Sq
  3. Nenn' mir einen Grund
  4. Once (still working on)
  5. Ein Streifzug durch deutsche Sprichwörter (in Arbeit)
  6. Die Welt ist scheiße (in Arbeit)
  7. ""KeinPlatzda""
  8. Herzblut
  9. Weird dream
  10. In my next life
  11. Begegnung
  12. Es sind die kleine Dinge...
  13. König und Kaiser - Ein Zyklus
    1. Prolog
    2. 1. Akt
    3. 2. Akt
    4. 3. Akt
    5. Epilog - Die Moral


see Puppeteer

Unreal


Keep seeing myself in a mirror
nothing seems to exist for real
maybe what I see and all others
is not supposed to look like I feel

I sometimes hope that it was written
whatever trembles through my head
into my face in shining letters
no talking needed, when I'm sad

But even if a joyful light
engages in my shakened heart
it should be seen by everybody
and from my lips no words shall part

Though, if I'm interested in
- to me it sometimes feels like hell -
their ears to grasp my little sorrow
their eyes ask, I just have to tell

They long to know, they'll be forgiving
but they don't know my secret tear
the way I know my self since ever
they cannot see my deepest fear.

--Benutzer:Yodahome|yodahome 01:13, 3. Mai 2005 (CEST)
-- original idea 01.05.05 18:49 @ work

Qs Un Eo Si Tt Is Oe Nu Sq


I feel the sun fading away, it darkens my mind
I feel the heat leaving my body, it cools down my soul
I feel the air streaming out of my mouth, creating a vacuum inside me.
But I still stand there, in the middle of the crowd
loosing Me and what I believed to be
donating My self. or do they steal it from Me?
does it make a difference? Me trying to to fit in this herd of sheep.
or will I be caught by the wolves anyway?
may I keep My identity or do I have to let it go to survive?
is this My identity or was it created for Me?
And if so, why should I want to fight for it?
Isn't it easier to accept the model or does it mean something special to make up My own mind?
do I want to be special?
do I want to attract attention to My very little life?
what for?
to have the illusion to be accepted? understood?
by whom? and why?
the illusion to fit, to be part, to become one with something bigger than Me?
am I afraid to lose control? do I even have control? of what? My life?
I don't think so. doubt I ever had. but who has?
is it easier to do the wrong things? they're done so often, aren't they?
or do they just seem wrong to Me? am I wrong?

that's what's on My mind all the time. I don't know who put this there. Or why.
into My mind? or is it not really My mind? amI whatis real?
the only real thing that seems to stay with Me every night I go to bed are those questions I cannot answer.
as many as there might be angels on the head of a pin...
or maybe one more...

--Benutzer:Yodahome|yodahome 00:35, 12. Mai 2005 (CEST) - 10.00 10.05.05


Nenn' mir einen Grund


Warum glauben, dass morgen besser wird als heute?

warum weiterlaufen, nicht wissend wohin?

wieso aufstehen, wenn Sitzen viel bequemer ist?

Nenn' mir einen Grund.



Wieso alleine Denken, wenn andere das viel besser können

warum Fragen stellen, wenn keiner die Antwort hören will

warum hinsehen, wenn wegschauen gesünder ist

Nenn' mir eine Grund


Warum reden, wenn man nichts zu sagen hat (niemand zuhört)

wieso sich anschließen, um nicht ausgeschlossen zu sein

wieso sich anpassen, wo jeder unterschiedlich ist

Nenn' mir einen guten Grund...

28.11.06 23.44 (zu überarbeiten)


Once (still working on)


Once we were many
now we are alone
but we should be one

Once we were familiar
now we are strangers
but we should be friends

Once we were together
now we are apart
but how should it be?



Ein Streifzug durch deutsche Sprichwörter (in Arbeit)


Es wird hell. Morgenstund wittert die frische Luft und verschluckt sich. An einem Stück Gold. Wir treten vor die Tür. Während zwei sich streiten, ruft der Dichter die Revolution aus und gräbt sich seine eigene Grube
in die er aber nicht einfälltig rein fällt. Dann merkt er, dass er der Dritte ist und freut sich. Die Sonne lacht mit ihm.
Aber nein, man soll doch den Tag nicht vor dem Abendprogramm loben. Denn was ehrlich am längst währt, kann morgen schon in der Mitte liegen wie die Wahrheit der betrunkenen Kinder. Da plötzlich fliegt uns ein Spatz in die Hand. Wir schauen auf's Dach, finden aber keine Taube.
Auf der Straße fährt noch kein PKW, doch allerhand Laster fangen an sich müßig zu gehen.
Wohin gehen sie sich? An die Gurgel, auf den Geist oder unter die Haut bloß ab? Wir schlagen einem dahergelaufenem Fass den Boden aus, und treffen unabsichtlich den Nagel. Autsch, voll auf den Kopf.
Mit einem Frosch im Hals begeben wir uns zu bösen Menschen, denn hier kennt man leider keine Lieder. Auf dem Weg treffen wir den dümmsten Bauern, man erkennt ihn an den dicksten Kartoffeln. Wir treffen einen Mitreisenden und unterhalten uns schadlos. Er sagt, der Herr dort gibt's im Schlaf. Aber nur den Seinen.
Spotte nicht, immerhin hast du hier den Schaden! Die Sorte, aus der man klug wird, bleibt zu hoffen und es bleibt uns unbenommen. Wir werfen einen Stein des Anstoßes, und man tadelt uns, wir wären ja nicht ohne Schuld. Richtig gestehen wir, es war ja auch nicht der erste.
Von wegen bellende Hunde beißen nicht in die Hand, die sie füttert! Zwar sind wir faul doch Ordnung halten wir auch nicht, lieber ein halbes Leben lang Suchen. Sorge dich nicht, da kommt die alte Liebe. Sie quietscht schon von weitem. Ist wohl naß geworden die Alte. Was? Ahh, von wegen rostet nicht. Da sind wir ja schon ein gutes Stück weit gekommen, und das wo aller Anfang doch so schwer sein soll. Aller Anfang? Nein, denn während wir wandern zwischen den Bäumen, hier, wo weit und breit kein Wald zu sehen, weil er aus den Augen ist. Wo ist der Sinn?
Wir gehen weiter, denn auf einem Bein steht es sich ungemütlich wir wollen doch nicht an der Kette hängend das schwächste Glied sein. Unterwegs begegnet uns noch die Dummheit, doch wir merken bald: Vor Strafe schützt die uns nicht. Es wird Mittag und wir wollen was essen. In einem Wirtshaus bestellen wir Schinken, doch die Schweine von heute sind leider erst der Schinken von morgen. Also gibt's es heiß gekochte Suppe, die aber nicht so heiß gegessen wird. Dummheit frisst auch. Nachdem eine Hand die anderen gewaschen hat, geht es weiter. Bescheidenheit kreuzt unseren Weg, sie wäre eine Zier doch wir wollen zügig voran kommmen und lassen sie links liegen, wo Eile mit Weile herumsteht.
Wer begegnet uns noch: Mäuse, die keinen Faden abbeißen aber zusammen mit dem Hasen im Pfeffer liegen und den Hund begraben, der den Letzten gebissen hatte, der Idiot. Da ist die Schwalbe, die noch keinen Sommer macht und der anderen kein Auge aushackt. Halt nein, das war die Krähe. Der Specht sägt an dem Ast auf dem er sitzt, ohne Fleiß kein Preis denkt er wohl während er nobel zugrunde zu gehen droht. Ein geschenkter Gaul reitet an uns vorbei, er läßt uns nicht in sein Maul schauen. Ein Gruppe Fische schwimmt gegen den Strom, der gelbe Strom, denn der ist günstiger. Die Quelle werden sie so wohl nicht lebend erreichen, aber was soll man Reisende nicht?
Genau, halten soll man sie nicht, vor allem nicht auf. Unserer Reise neigt sich dem Ende zu, irgendwo wird einem Hahn der Hals umgedreht. "Selbst schuld, was kräht er auch so früh", fiept das Küken aus dem Ei und will klüger sein als die Henne. Macht auch nur Mist, das Kleinvieh.
Reden ist Silber, denn am Gold hatte sich ja schon die Morgenstunde verschluckt.

tbc



Die Welt ist scheiße (in Arbeit)



"Die Welt ist scheiße."

Das ist nicht meine Meinung, also zumindest nicht im Moment, obwohl es gut meine Meinung sein könnte,
aber ich hätte es eloquenter formuliert. Glaube ich. Und nicht so plump an die Wand gesprayt.
Aber jetzt stehe ich hier und mir gegenüber die kalte Steinleinwand, vor 48 Stunden frisch weiß überstrichen und vor 46 Stunden besprüht mit diesem tiefsinnigen Machwerk eines oder mehrerer desillusionierter Jugendlicher. Oder so.
Sag' das doch drei mal laut nacheinander: desillussionierter Jugendlicher, desillussionierter Jugendlicher, desillussionierter Jugendlicher. Gar nicht so einfach. Einer zu sein meine ich.
Als ob nur Jugendliche Grund hätten desillusioniert zu sein. Da kann doch jeder ein Lied von singen. Viele gehen zu DSDS und Popstars und tun es auch. Ohne es zu können. Oder ohne es gut zu können. Oder ohne es können zu müssen. Frage: Warum leckt sich der Hund die Klöten? Antwort: Weil er's kann! Doch Ich denke: Der Mensch transzendiert längst seine Rolle als Säugetier, wir sind schon auf der nächsten Evolutionsstufe angekommen. Heißt: Warum singt der Mensch im Fernsehen? Weil er es nicht kann! Zumindest nicht gut. Und auch nicht können muß. Aber die Klöten lecken kann er auch nicht...
Die Welt ist also scheiße. Besteht die Möglichkeit, dass damit die Tageszeitung "Die Welt" gemeint ist? Aber dann hätte man es doch wohl in Anführungszeichen setzen müssen, oder? Ich denke. Lange. Immer noch. Fertig.
Was für eine unpräzise Aussage. Die Zeitung ist wohl nicht gemeint, denn, so denke ich mir, erstens fehlen die Gänsefüßchen und zweitens lesen jugendliche Sprayer meiner Erfahrung nach nicht so häufig in der "Welt", vor allem nicht die Sorte, die die Welt scheiße findet und das auch sagt / sprayt. Kostet ja auch 1,50, am Wochenende sogar 2,50 glaub' ich. Aber welche Welt ist dann gemeint? Die ganze Welt ist doch ziemlich groß, weiß man als junger Mensch doch also noch gar nicht ob sie überall scheiße ist. Und selbst wenn, wär sie ja sicher nicht überall gleich scheiße. Da muß man doch differenzieren! Vielleicht ist gar eine Parallelwelt gemeint, eine, die ich gar nicht kenne. Vielleicht ist der Urheber ein Physikstudent. Und arbeitet seit 4 Jahren an seinem Vordiplom.
Da im Grass liegt noch eine Spraydose.
Und was heißt das überhaupt: scheiße. Ist braun und riecht unangenehm? Überreste längst vergangener Verdauungsvorgänge? Oder einfach als synonym für schlecht, unschön, nicht meinen Wünschen entsprechend. "Die Welt ist nicht meinen Wünschen entsprechend". Das will ich mal an einer Wand lesen, aber wir haben Bildungsnot, überall wird gespart und darum steht das da nicht sondern 'scheiße'. Naja, die nächste Generation, das sagen zumindest die Leute aus oder um Pisa, wird ja nicht mal mehr scheiße richtig schreiben können. Dann ist das Problem auch gelöst.
Ich könnte das ja einfach korrigieren. Dose ist noch da, keine Ordnungshüter weit und breit zu sehen.
Aber wenn ich das jetzt hier berichtige, vernichtet das doch auch gleich die ganze politische Brisanz dieses Aktes der zielgerichteten Äußerung, diese in den Augen mancher Menschen sicher epochal bedeutende Artikulation eines Mitmenschen, die möglicherweise in tausenden Jahren noch besteht und unseren evolutionären Nachfahren von unserer Existenz zeugt. Vielleicht wird der Autor dieses anprangernden Statements noch von historischer Bedeutung für die Menschheit sein? Änderte ich nun also dessen plakative wenngleich subjektive Zusammenfassung der globalen Existenzsituation, wer weiß?
Ich könnte als Ghostwriter als eines der bedeutendsten Individuen der Nachkriegszeit in die Geschichte eingehen. Ist schon fast egal um welche Zeit nach welchem Krieg es sich handelt, nach dem Krieg ist vor dem Krieg und Friedenszeit ist gleich Nachkriegszeit. Ist es nicht so? Oder aber ich nehme dem Urheber dieser an ein durchaus herausforderndes Publikum adressierten Mitteilung jegliche Möglichkeit je wahrgenommen zu werden. In Anbetracht dieser beiden Zeitfäden, die vom jetzigen Zeitpunkt der Wirklichkeit ausgehen können, erscheint mir keiner von beiden erstrebenswert. Immerhin könnte man diesem gehaltvollen feuilletonistischen Ausruf künstlerischen Wert zugestehen und dann stünde es mir überhaupt nicht zu darin herumzupfuschen. Außerdem, das ist ein nicht ganz zu vernachlässigender Teil meiner Überlegung, wie immer wenn ich tiefgreifende Entscheidungen, die mein oder das Leben anderer Menschen zu beeinflussen drohen, treffe, habe ich -kurz gesagt-, dann doch Schiß, dass man mich erwischt. Das wäre es mir dann auch nicht Wert.
Stattdessen, so beschließe ich, würde es meinem Naturell und Charakter entsprechen, wenn ich der Begebenheit ein paar Zeilen wohldurchdachter, geschliffener Sprache widme. Aber bis ich zu Hause bin, hab' ich das wahrscheinlich schon wieder vergessen und das einzige was davon übrigbleibt ist die Wärme, die mein Gehirn ob der exorbitanten Leistung, welche es gerade vollbracht, in die Welt abgestrahlt hat. Sicherlich ist es vor mir schon dutzenden, ach hundertenten von Menschen so gegangen. Und sicher kommen noch tausende nach mir. Und plötzlich beginne ich zu verstehen: Irgendwie ist die Welt schon scheisse...



KeinPlatzda


Heute ist Versammlung der Platzwarte Deutschlands. Die Bundesplatzwartschaft lädt ein.
Sie treffen sich auf dem Eichplatz, auf das sich ihnen eine Gebung kund tut.
Nach und nach treffen immer mehr Platzwarte ein, der Platz auf dem Platz nimmt ständig ab. Jeder platziert sich so, dass er gut sehen kann, doch das ist leider nicht besonders platzsparend. Ein sehr, sehr dicker Platzwart, der sich selber für den Platzhirsch hält, drängt voran. Er sieht so aus, als platze er gleich. Wegen des Essens. Er sagt: "Ich platze gleich". Und meint: Vor Wut.
"Platz da!" ruft er. "Macht doch mal etwas Platz!" Aber die Platzwarte haben frei heute und wollen nicht arbeiten. Sie machen folglich keinen Platz. Und jener wird gleichzeitig immer voller und nimmt immer mehr ab.
Etwas später am Tag ist es hier völlig überfüllt. Es fände nicht mal ein Fußball Platz. Der dicke Platzwart nimmt am Imbiss Platz. Doch dann platzt ihm der Kragen. Vor Wut und oder wegen des Essens. Irgendwer nimmt auf der Bühne Platz, keiner merkt's. Dann wird es unruhig. Die Polizei erteilt Platzverweise. Der Platz protestiert lautstark, er wäre schließlich zuerst hier gewesen. Die Platzwarte raunen: "Der Platz wird verwiesen." "Ungeheuerlich!" "Wo doch schon kaum Platz mehr da ist." Doch sie haben noch immer frei und außerdem keine Lust. Die Polizei bleibt hart und versucht Pl... Raum zu schaffen. Nachdemsiefertigverwiesenhatistüberhauptkeinmehrda.Allesvoll.
Erst als die Kundgebung zuende ist lichtet sich die Menge. Die Platzwarte schnappen sich ihre Platzhalter und machen, was sie am besten können... Platz!



Herzblut


Wie ein Ozean
durch einen kräftigen Strom
durch unendliche Bäche
durch zahllose, feinste Kapillare
zusammenfließt.
So vergoß ich mein herzblut
immer wieder und wieder
zu nähren den Wunschtraum,
den einen, den ander'n
Doch hat es geholfen? Was nutzt es?
Noch immer fließt es
rot und zäh
rinnt entlang
ohne Ende
ach, nur wohin schlängelt sich das rote Rinnsal
sucht es sich ein neues Ziel, ein lohnendes
ich weiß es nicht genau
doch zu versiegen
droht der Strom
denn wenn das herz zu schlagen aufhört
erstarrt der Fluß
wenn mein herz stehenbleibt
versiegt die Quelle.

Leihst du mir dein herz?

[grafisch als EKG?]



Weird dream


War tatsächlich ein Traum in der Nacht vom 19. auf 20 August 2007. Gleich nach dem Aufwachen notiert.

Wie leuchtende Pfeile zischten die Fahrbahnmarkierungen auf sie zu. Sie fuhren jetzt schon seit 9 Stunden nonstop im Dunkeln und nur die spärliche, unregelmäßige Straßenbeleuchtung und besagte reflektierende Fahrbahnmarkierung erhellten die bitterschwarze Nacht. Dies war nicht die erste Nachtfahrt. Da wir nie genau wußten, wie weit es bis zur nächsten Unterkunft sein würde, fuhren wir im Wechsel, wenn wir nichts fanden, Tag und Nacht, bis wir irgendwo ankamen. Irgendwo war manchmal ein heruntergekommenes Motel. Oder eine leerstehende Hütte. Ein Scheune. Einmal sogar eine Brücke. Dann schliefen wir beide, aber ansonsten immer nur einer. Und der andere fuhr. Ich wußte schon gar nicht mehr warum wir eigentlich unterwegs waren. Und wohin. Ja wohin wollten wir eigentlich? Nicht sicher ob Keene das noch wußte. Aber jetzt mochte ich ihn auch nicht fragen. Wir waren beide nicht sonderlich gesprächig sondern müde. Bald mußten wir irgendwo halten. Irgendwo schlafen. Und dann weiter.

Da plötzlich bricht ein neuer optischer Reiz durch die Dunkelheit, ein schauriger Rest von irgendeiner Hütte, aber unbewohnbar und verschüttet, zieht an uns vorbei. Dann ein Ortseingangsschild. Den Namen kann man nicht erkennen. Lauter alte Häuser und um uns herum, doch alle entweder nahezu dem Erdboden gleich oder bewohnt. Bewohnt oder nicht, das erkannte man (neben sporadischem Licht in einigen Fenstern) an der roten Leuchtmarkierung. Ein rotes, illuminiertes "L" am Eingang teilte allen mit, dass dort noch Menschen lebten. Das war in diesem Teil des Landes längst nicht überall so. Die Bevölkerung war zurück gegangen, manchmal mehr als halbiert, und selbst in größeren Städten stand die Hälfte der Gebäude einfach leer.

Irgendwie kam mir die Gegend bekannt vor. Wir hatten keinerlei Ahnung wo wir waren. Straßenschilder gab es ja kaum noch welche, für wen auch, wo kaum noch jemand die Straßen benutzte. Massentransport per Schiene und Flugzeug hatte sich durchgesetzt, nur wenige fuhren noch mit Autos umher. Wer noch Auto fuhr war eine Art Vagabund. So wie wir. Wir vagabundierten über verlassene Autobahnen und Bundestraßen durchs Land.

Noch immer ließ mich das Gefühl nicht los, hier schon einmal gewesen zu sein. Wir ließen die kleinen Häuser langsam hinter uns und näherten uns größeren Wohnblöcken. Fast wie irreal standen sie da mitten im Feld teilweise umrankt, mit großen Freiflächen dazwischen. Aber alles hell erleuchtet, teilweise bewohnt aber teilweise wohl auch nicht mehr. An einige Blöcken prangten keine roten "L" mehr.

"Wollen wir uns da verkriechen für den Rest der Nacht."

"Gähn... meinst du wir können da einfach rein?"

"Klar, warum nicht, ist doch bestimmt alles leer."

Wir fahren in das Gebiet mit den Wohnblöcken hinein, Auswahl gibt es genug, also halten wir vor dem erstbesten Haus. Alles verlassen, nur vereinzelte Autos stehen in der Gegend herum, ein bißchen sieht es auch wie eine Baustelle. Wir betreten einen Wohnblock mit der Nummer 69. Eigenartig denke ich, das war früher auch unsere Hausnummer gewesen. Vor 40 Jahren, als ich mit meinen Eltern im Neubaugebiet wohnte. Das hatte auch so ausgesehen. Plötzlich überschlagen sich meine Gedanken.

"Lass uns ein paar Stockwerke hochgehen. Da ist die Aussicht besser."

Wir gehen, und ich glaube genau zu wissen, wohin. Ist es wohl möglich? Jede Treppenstufe kommt mir unheimlich vertraut vor.
An der Tür steht noch immer unser Name. Ob sich wohl sonst etwas verändet hat?

"Weißt du, ich glaube ich war hier schon mal."

"Ach was, mal hier gewohnt?"

Die Tür geht auf und mir schlägt ein Schwall Erinnerungen entgegen. Offenbar hat hier in den letzten 4 Jahrzehnten niemand mehr gelebt. Alles ist so, wie wir es hinterlassen haben. Sogar die alten Möbel, die wir nicht mitgenommen hatten, stehen noch hier.



In my next life


I feel so old in my young skin sometimes
I feel like I've been here before
That's why I know I'll be here again
What am I gonna do then?
What if I've already messed up this life?
Could I be looking forward to the next one?
I feel like I already know
what is going to happen
it already happened to me
several times
I have loved, I have worked hard
I was successfull, I completely failed
I blindly believed, I desperately tried to find proof
I lived, I existed
I had everything, I had nothing
I created life and took it away
I have started and ended so often,
but a new beginning is inherent to every ending.
I've been there so often
But yet I keep coming back...
for what?

german:

Manchmal Ich fühle mich so alt in meiner jungen Haut
Es kommt mir vor, als wäre ich schon hier gewesen
daher weiß ich, dass ich wieder hier sein werde
Was soll ich dann tun?
Was, wenn ich dieses jetzige Leben schon versaut habe?
Kann ich mich trotzdem auf das Nächste freuen?
Es kommt mir vor, als wüßte ich schon
was passieren wird
es ist mir schon passiert
immer wieder und wieder
Ich habe geliebt, Ich habe hart gearbeitet
Ich war erfolgreich, ich habe komplett versagt
I habe blind geglaubt, Ich habe verzweifelt nach Beweisen gesucht
Ich habe gelebt, ich habe existiert (vegetiert)
Ich hatte Alles, ich hatte Nichts
Ich habe Leben geschenkt und Leben genommen
Ich habe oft angefangen und geendet,
doch jedem Ende wohnte ein Anfang inne
Ich war schon so oft da
Und doch komme ich immer wieder zurück...
Wofür?



Begegnung


Ich hätte wirklich nicht herkommen sollen. Ich hasse diese Parties und ich weiß das. Eigentlich wäre ich lieber zuhause geblieben. Aber dann doch wieder nicht.
Ich gehe vor die Tür. Ein bißchen frischen Luft. Drinnen ist es ja nicht auszuhalten. Stickig, verraucht, drückend. Party halt.
Scheint als wäre ich nicht der einzige.

"Hi!"

Sie blickt nicht auf. Aber ich sehe, dass sie geweint hat.

"Ist alles in Ordnung?" Ich überlege kurz, setze mich dann aber doch daneben, mit leichtem Abstand.

"Es geht schon."
"Was ist passiert?" Manchmal fragt man aus Höflichkeit, manchmal aus Neugier. Beides nicht unbedingt edle Motive. Wir kennen uns nicht, da erwarte ich eigentlich nicht, dass sie was erzählen will.

"Ach, es ist wegen... meine Mutter hat gerade angerufen. Weil meine Oma gestorben ist. Eben gerade."
"Das tut mir leid."

Es ist unmöglich irgendetwas zu sagen, was nicht klingt wie aus einem schlechten Fernsehfilm oder dem Debüt eines deutschen Jungregisseurs. Egal wie lange man nachdenkt, nichts was man dazu sagen kann, ist besonders innovativ.

"Ihr standet euch sehr nahe?"
"Ja, schon irgendwie. Haben uns nicht häufig gesehen in letzter Zeit, aber früher... da war das ganz anders."

Es tut mir wirklich leid. Wie sie da sitzt. Ich hab' das Gefühl alles was ich jetzt sagen könnte löst nur noch mehr Traurigkeit aus.

Schweigen.

"Warum bist du hier draußen?" Berechtigte Frage.
"Ach, nur ein bißchen frische Luft. Ist so stickig da drinnen."
"Mmhh."

"Kann ich irgendwas für dich tun?" Soll noch einer sagen Seifenopern wären zu gar nichts nütze. Solider Satz.
"Willst du jetzt gehen?"

"Weiß nicht..."
"Soll ich gehen? Stör' ich?" Ich fische nach einer Chance diese unangenehme Situation zu beenden. Sollte ein Ausweg sein.

"Nein, bleib' ruhig, wenn du willst." Wenn ich will. Naja, nicht wirklich, glaube ich. Also, Ich will schon. Ich will nicht wirken als würde ich nicht wollen. Wer will das schon.

Ich bleibe.

"Hast du schon mal jemanden verloren, der dir nahe stand?" Fragt sie.
"Naja, auch meine Oma, ist aber schon länger her. Aber sie wohnte weit weg und meine Eltern sind geschieden. Ich hab' sie nicht oft gesehen, oft jahrelang nicht. Und sie war auch nicht mehr ganz da. Also, sie war im Heim, weißt du. Hat nicht mehr viel gesprochen. Ich war auch traurig, aber nicht sehr. Schätze, das ist kein guter Vergleich." Nein, definitiv nicht. Ich hab' nicht geheult.

Wieder Schweigen.

"Früher war ich immer in den Sommerferien bei meinen Großeltern. Da hab' ich mich immer tierisch drauf gefreut. Und später bin ich auch immer mal wieder nur so für 'ne Woche hingefahren. Manchmal mit Freunden. Oma hat uns dann immer die Gästezimmer hergerichtet. Und uns bekocht von früh bis spät. Aber als die Schule vorbei war und ich anfing zu studieren, da ging das nicht mehr so einfach. Neben Job und Uni war kaum noch Zeit."

"Ja, ist ein ganz schöner Stress manchmal." Ist es auch.
"Naja, darum haben wir uns dann nicht mehr so oft gesehen. Meist an den Feiertagen und auf Geburtstagen."

Kurzes Schweigen

"Hast du zufällig 'ne Zigarette?"
"Nein, tut mir leid. Nichtraucher."

"Echt? Mmmh, naja, vor der Uni hab' ich auch nicht geraucht. Ist wohl der Stress."

Dann wieder Schweigen. Ich blicke hinauf in die Sterne. Das Mädchen neben mir wischt sich die Tränen aus dem Gesicht und starrt in die Leere der Nacht. Das geht eine ganze Weile so.

"Ich denke", sagt sie dann auf einmal, "es geht mir deshalb so zu Herzen, weil es ein großer Teil meiner Jugend und Kindheit war. So viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse."

"Und weil du einen so wichtigen Teil deiner Jugend mit deiner Oma verbindest, scheint es dir als wäre nicht nur ein wichtiger Mensch, sondern auch ein Teil deiner Vergangenheit gestorben. Und du trauerst auch um einen Teil von dir selbst, von dem du erkennst, dass er jetzt Vergangenheit ist." Hab' ich das wirklich gesagt? Spätestens jetzt weiß sie, dass ich Psychologie studiere.

Sie schaut mich erstaunt an.

"Ja, genau so fühlt es sich an. Wie kommst du darauf?"

"Naja, das ging mir auch schon durch den Kopf. Es verändert sich so Vieles. Auch das Selbst. Und man merkt, wie man sich selbst verändert hat. Man merkt es nicht während es passiert, erst hinterher, wenn die Veränderung da ist. Und man wird wehmütig, wenn man in die Vergangenheit blickt. Traurig."

"Studierst du Psychologie?" Bingo! Ich grinse.

"Ja, aber das hat damit wenig zu tun. Viele von meinen Freunden bemerken das auch. Ich glaube, das ist auch normal. Obwohl, unsere Generation betrauert es vielleicht anders. Bewußter. Und bei dir ist es nun halt sehr real und greifbar."

Wir sitzen noch eine Weile einfach so da.

"Ja, es ist schade, wenn man so zurückblickt und sieht was mal war und wohl nie wieder so sein wird. Dabei sollte man doch lieber in die Zukunft blicken. Optimistisch am besten."

"Einerseits schon, aber auf der anderen Seite sollten wir wissen wo wir herkommen. Unsere Vergangenheit ist es, die uns an den Punkt im Jetzt bringt, von dem aus wir in die Zukunft gehen."

"Sehr philosophisch. Sollte eigentlich mein Thema sein."

"Du studierst Philosophie?" Sie nickt und lächelt fast ein bißchen.

"Naja, ich hab' dich jetzt schon so lange hier festgehalten. Du willst vielleicht wieder reingehen. Danke für's zuhören auf jeden Fall."

"Ach nee, ich glaube ich gehe nicht nochmal rein. Ist spät genug. Ich geh' dann auch Heim. Kann ich dich irgendwo hin bringen?"

"Ich wohne da hinten im Wohnheim."

"Ah, in die Richtung muß ich auch. Was dagegen, wenn ich..."

"Nein, los gehen wir."

"Ok."

begonnen in 2005, fertig am 19.09.07



Es sind die kleine Dinge...


Wenn man niest und sich bedankt
aber niemand einem Gesundheit wünscht

Wenn man morgens aufwacht, sich umdreht
und da nur ein anderes Kissen liegt

Wenn man für zwei kocht
und die zweite Portion einfriert

Wenn man Liebesgedichte schreibt
aber nicht weiß an wen

Oder man weiß sogar an wen
aber auch, dass derjenige sie nie lesen wird

Wenn man laut mit sich selbst redet
und einen nur das eigene Spiegelbild fragend ansieht

wenn man sich streiten will
zum Beispiel über das schlechte Fernsehprogramm

oder sich anschweigen will
weil man sich richtig auf den Wecker geht

wenn man Bestätigung braucht
oder bestätigen will

erst dann merkt man wie beschissen es sein kann
allein zu sein.

(19.09.07 22:30)



König und Kaiser - Ein Zyklus


Prolog


Ein König und ein Kaiser
die waren beide heiser
und da wir sie so nicht versteh'n
kann dies Gedicht nicht weitergeh'n. (vorerst)

1. Akt


Der König und der Kaiser
kaum war'n sie nicht mehr heiser
begannen laut zu brüllen
"Wir fanden's gut im Stillen!"
Sie zetern und sie schrei'n
fortan Tag aus Tag ein
und wurden immer leiser
nun sind sie wieder heiser.

2. Akt


Noch leicht beschlagen aber heiter
geht das Gebrüll nach Tagen weiter
Der König zu dem Kaiser spricht
"Schweig' still und unterbrich' mich nicht!
Der Kaiser stutzt nur temporär
denn rein vom Rang steht höher er
dann grinst er und erwidert: "Ach,
schrei ruhig, der Klügere gibt nach!"

3. Akt


Das hat den König sehr gefreut
der Kaiser hat's auch nicht bereut
denn eines Tags nach vielen Wochen
des lauten Brüllens ununterbrochen
da fiel der König plötzlich um,
war sofort tot und blieb auch stumm.
Der Kaiser doch frohlockte sehr
jetzt stört ihn niemand beim Motzen mehr.

Epilog - Die Moral


Der geneigte Leser wird sich's denken
(doch kann ich mir den Vers nicht schenken)
der König war auf's Brüll'n versessen
und hatte dabei schlicht vergessen
auch Luft zu holen, was auch glatt
als Fehler sich erwiesen hat.

Drum merke:
Auch ein Lehnsherr kann gefahrlos schrei'n
wenn er nur atmet - und zwar ein!

(Anfang 2008)


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