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Prolog

Es war ein herrlicher Tag auf der Farm. Bedeutet: Kein Regen, kein Sturm, keine chemische Instabilität. Es war ziemlich schwierig der verschiedenen Variablen Herr zu werden, die, sobald sie auf den falschen Wert gesetzt wurden, einfach jede einzelne Pflanze auf den Feldern vernichten würden. Mit einem Schlag. Nicht jeder konnte sich diese abgetrennten Feldeinheiten leisten mit dem exakt abgestimmten Humus, der es ermöglichte, jegliche Art von Pflanze dort auszusäen, die man sich denken konnte. Jacks Familie war nicht arm, bei weitem nicht. Sie hatten ihre eigene kleine Farm, fernab der großen Stadt und sie produzierten großartige natürliche Lebensmittel, hauptsächlich Obst und Gemüse. Sie hielten sich allerdings sogar einige Tiere, ein paar Kühe und ein Schwein. Das konnten sich in der Tat nicht alle Bauern hier leisten. Eigentlich nur sehr wenige, denn es gab ja von vornherein nicht mehr sehr viele in der Gegend.
Nein, arm waren sie sicher nicht, aber die Hingabe, mit der Jacks Familie diesen Betrieb betrieb hatte sie in der Vergangenheit viel gekostet, besonders in den letzten Jahren, in denen die Verschmutzung immer näher und näher kam. Bis jetzt hatten sie sich ganz gut geschlagen aber es war schon einige Male sehr knapp gewesen.
Wie auch immer, natürlich-gewachsenes Essen war ein rares Gut in diesen Zeiten und man konnte ein ganzes Haus von dem Erlöß kaufen, den einem zwei oder drei Apfelbäume einbrachten. Nur wo dieses Haus aufbauen?
Land war eben so schwer zu finden und wer welches besaß - also unverschmutzt und unverstrahlt versteht sich - der verkaufte es sicher nicht.

Jack hatte nicht immer hier gelebt. Sie waren aus der Stadt hierher gezogen als er 5 oder 6 alt gewesen war. Und obwohl er sich kaum erinnern konnte: Er vermisste die Stadt irgendwie. Alle anderen hier liebten das Leben fernab von der Geschwindigkeit, dem Schmutz, der Dichte, dem Schmelztiegel der Kulturen und allem anderen, dem man in der Stadt ausgesetzt war. Und diese riesigen Metropolen wuchsen und wuchsen immer weiter.
Wenn man Land besaß, dass zerstört oder verschmutzt und damit unbewohnbar geworden war, dann konnte man es an eine der großen Gesellschaften verkaufen und bekam dafür einen Job und ein neues Leben in einer ihrer großen Städte. Natürlich konnte sie mit dem Land nicht wirklich etwas anfangen. Sie interessierten sich allerhöchstens für die Luft darüber. In vielen Fällen war die zwar auch verschmutzt aber wenn man weiter nach oben ging und weiter und weiter... kam man irgendwann in eine Höhe, in der die Luft annehmbar war. Das war der Ort, an dem die neuen Städte aufgebaut wurden. Hoch in der Luft, wo die Luft noch zu Atmen war.



"Jack, komm' doch rein. Das Essen ist fertig!"

Er schaute ihnen allen zu, während sie aßen. Einem nach dem anderen blickte er ihnen in die Gesichter um sie sich genau einzuprägen. Wenn jemand lachte schaut er sich schnell diese Person an, um das sich später an das glückliche Gesicht erinnern zu können. Er achtete nicht auf das was gesagt wurde. Es wurde immer viel geredet während des Essens und das war sicher eines der Rituale, die er am meisten vermissen würde.
Es war ihm gerade erst klargeworden, dass er im Begriff war sie zu verlassen. Irgendwie war es ihm gelungen diese Tatsache bis jetzt zu verdrängen und es traf ihn wie ein Blitz: Er würde in wenigen Stunden fort sein und alle Personen an diesem Tisch für eine lange Zeit nicht mehr sehen. Also fuhr er fort sich alle Gesichter zu merken und saß einfach ruhig und nachdenklich da während alle anderen wie üblich unterhielten.

"Jack? Ist alles in Ordnung?"

"Oh, es ist nichts Mutti. Mir ist nur gerade 'was eingefallen, was ich noch erledigen muß."

Das war natürlich gelogen und sie wußte wohl das auch aber alle anderen sahen aus als wären sie mit der Antwort zufrieden. Zufrieden sollte er eigentlich auch sein, denn immerhin sollten seine wildesten Träume war werden. Er würde zurückkehren in die Stadt. Das Leben dort hatte er immer vermisst, er hatte die Stadt immer mehr gemocht als sein Zuhause. Er würde endlich neue Leute kennenlernen und nicht nur die freundlichen aber auch schrecklich vertrauten Gesichter um sich haben, die er hier in den letzten 14 Jahren kennengelernt hatte. Schon seit dem Tag an dem sie die Stadt verlassen hatten und auf diesen Hof zogen, den Dad gekauft hatte, wollte er dorthin zurückkehren wo das Leben wie ein kräftiger Fluß durch die Straßen floss. Hier hatte er nur einen sehr schmalen Strom vorgefunden, der gerade einmal zum Überleben gereicht hat. Warum versuchte er nun also, sich diese Gesichter zu merken? Er hatte sie so lange gesehen, es war höchst unwahrscheinlich, dass er sie je vergessen würde. Nein, das würde er niemals.

"Bruder, wann wirst du deine ersten Kurse besuchen?"
--NAMEN-EINFÜGEN-- war seine älteste Schwester. Sie bereitete scih schon auf ihren Schulabschluß vor, aber war sich noch nicht richtig klar, was danach kommen sollte. Jack wußte, dass sie irgendwie zu ihm aufsah und möglicherweise wollte sie seinem Beispiel folgen und darum erfahren, wie es sein wird in der Stadt zu studieren. Dad wollte natürlich lieber, dass sie hier bei ihm bleibt und auf dem Hof arbeitet. Vielleicht dachte er sogar, sie würde mal einen der Nachbarsöhne heiraten und dass er irgendwie an Land käme oder sich mit einem der anderen Farmer zusammen tun könnte. Das klang alles nach sehr alten Traditionen und Angewohnheiten, aber Vater mochte ja offenbar dieses anachronistische Zeug, war es doch offensichtlich der Grund dafür, dass sie auf diesen Hof gezogen waren. Er wollte die Familie aus diesem Sog der Geschwindigkeit, der die Welt dominierte, heraus holen in diesen Versuch eines statischen Vakuums, wo alles unverändert blieb, zumindest für eine gewissen Zeit und wo Veränderungen noch kontrollier- und beeinflussbar waren. Er konnte mit dem Rhythmus da draußen nicht mithalten und er bestand immer darauf, dass die Dinge ihre Zeit brauchten, wenn man sie richtig machen wollte. Er las immer noch in diesen altertümlichen Büchern, die so schwer zu bekommen waren, weil sämtliche Informationen die je gesammelt worden waren rund um die Uhr über die Netzwerke abgerufen werden konnten. Sie besaßen auch ein Terminal, aber es war fast 10 Jahre alt und wurde nicht sehr oft genutzt. Und selbst wenn, dann sicherlich nicht von Vater. Er würde eher in die alte Bibliothek gehen anstatt das www zu durchsuchen. Jack benutzte es sehr oft. Es gab dort alle Informationen, die man jemals brauchen konnte. Manchmal, wenn sein Vater ihn vor dem Bildschirm sitzen sah sagte er: "Jack, was immer du da auf dem Schirm auch liest, du solltest rausgehen und dir ein Buch suchen. Überprüfe die Information!

"Aber Dad, was sollte mir ein Buch anderes sagen können, es ist doch alles hier drin! Diese Dinger sind so alt, ihr Inhalt ist wahrscheinlich schon längst veraltet."

Jacks Vater schüttelte den Kopf. "Sohn, nicht in dieser Box da ist real. Du machst es erst real wenn du daran glaubst aber in diesem Computer existiert nur eine Sammlung von Einsen und Nullen. Mehr nicht. Echte Informationen findet man nur durch echte Menschen. Und darum brauchen wir Bücher. Verstehst du das?"

Jack hätte diese Diskussion weiterführen können und schon so manches Mal hatte er versucht sich durchzusetzen. Aber letztendlich sah er ein, dass er ihn niemals würde überzeugen können. Es war zwecklos es weiterhin zu versuchen und so stimmte er schweigend zu wann immer sie auf dieses Thema kamen. Aber weder er noch sein Vater würden je mit dem anderen übereinstimmen.

"Jack?"

....

"Jack, hörst du nicht zu?"

"..Oh.. Tut mir leid, Mama. Was sagtest du?"

"Deine Schwester hat dich gefragt, wann wohl dein erster Tag an der Uni sein wird."

"Ja... Ich bin nicht ganz sicher, es gibt wohl eine Einführungswoche für die Neuen, glaube ich... Oh, bitte, hört auf damit!..."
Seine Schwestern kicherten vor sich hin. Manchmal waren sie noch wie kleine Kinder. Er hasste es unterbrochen zu werden, wenn er etwas zu erklären versuchte. Es war immer, als würde ihn hier niemand wirklich ernst nehmen. Warum hatten sie ihn überhaupt danach gefragt? Er mußte es kurz machen.

"...und ich denke, wir fangen dann in der Woche darauf an."

(Schwester) "Du mußt mir alles darüber erzählen, ja? Ich bin schon so neugierig."

(Vater) "Da ist doch nichts Besonderes dabei! Er geht doch nur zur Schule. Wie du auch."

"Natürlich, nur dass die Gebäude viel höher sind..." murmelte sie während ihre Augen an die Decke rollten.

(Vater) "Sei nicht so frech zu mir!"

(Mutter) "Oh, NOCH-EIN-FEHLENDER-NAME, sie will dich doch nur provozieren, das weißt du doch. Kannst du nicht ein wenig fröhlicher sein, nur heute Abend. Dein Sohn zieht in die große Stadt und er wird dort studieren. Du solltest dich für ihn freuen."

"I würde mich mehr freuen, wenn er hier bei uns bliebe. Es gibt nichts in der Stadt, dass er nicht auch hier lernen könnte. Es gibt dort nichts für ihn zu tun während hier reichlich Arbeit liegenbleibt." Dann erhob er sich von seinem Stuhl und ging in die Küche.

"Mach' dir um ihn keine Gedanken, er meint das natürlich nicht so." Jack wußte, dass er es so meinte. Er war den Streit darum müde aber er wußte es. Aber bald würde das für ihn keine Rolle mehr spiele. Zumindest hoffte er das.



Nachdem sie mit dem Essen fertig waren half Jack dabei, das Geschirr in den Geschirrspüler zu räumen. Es war nicht eines dieser modernen Modelle, die ohne die Hilfe von Wasser und Seife das Geschirr reinigte mit Ultraschall. Nein, hier hatten sie noch eine antiken Geschirrspüler der literweise heißes Wasser auf das Geschirr schleuderte und dem Dreck mit irgendwelchen Chemikalien zu Leibe rückte.

Jack wußte, dass die Küche in dem Haus in das er ziehen würde, mit modernen Maschinen eingerichtet war. Massenhaft technischer Schnickschnack, den sein Vater niemals auch nur anfassen würde. Er würde sich die Küche natürlich teilen müssen, wahrscheinlich mit drei oder vier anderen Studenten, die in separaten Zimmern lebten. Er stellte sich vor, dass das Leben nicht viel anders sein würde, als hier bei seiner Familie. Er wußte noch nicht, wie falsch er damit lag.

Jetzt stand er draußen auf der Veranda und schaute in die Sterne. Er fragte sich, ob sie wohl anders aussehen würden in der Stadt. Zumindest mußte er ihnen dann etwas näher sein, denn der Ort wo er leben würden schwebte mehr als 800 Meter über dem Boden.

"Hey Junge, was machst du denn hier draußen?"

Sein Vater kam hinter dem Haus hervor, einen Stapel Bücher unter dem Arm.

"Nichts besonders, ich schaue nur so."

Er stellte die Bücher auf dem Tsich ab und blieb dann stehen, ebenfalls in den Himmel schauend. Sie hatten schon so oft dort gestanden. Plötzlich fühlte Jack, dass er das irgendwie vermissen würde.

"Mein Junge, ich habe hier etwas für dich."

Er nahm ein Buch oben vom Stapel weg.

"Siehst du, ich kenne den Ort an den du gehst. Sehr gut sogar. Du weißt, dass wir von dort gekommen sind und du kennst auch die Gründe, warum wir die Stadt verlassen haben..."

"...und hierher gekommen sind. Ja, ich weiß bescheid. Aber meine Entscheidung ist gefallen, ich werde nicht hier bleiben. Ich möchte gehen und du wirst mich nicht davon abhalten."

Jetzt sahen sie sich direkt in die Augen. Wie schon viele Male zuvor. Aber dieses Mal schien etwas anders zu sein. Jack sah etwas in den Augen seines Vater, dass vorher noch nie dagewesen war. Etwas, dass er noch nie zuvor während eines Streits oder einer Diskussion wahrgenommen hatte. Es war etwas vollkommen Neues.

"Ja, das weiß ich." Er fühlte, dass es das Richtige war. Er wußte es. Sein Vater wußte es. Er hatte zum ersten Mal in seinem Leben recht und sein Vater stimmte ihm zu.

"Ich weiß, dass ich dich hier nicht halten kann, das wußte ich immer obwohl ich gehofft hatte, es irgendwie vermeiden zu können. Aber offenbar kann ich es nicht. Du mußt deinen eigenen Weg gehen. Es gibt nichts mehr, was ich die beibringen kann. Das werden nun andere tun. Du wirst vom Leben lernen. Aber dieses Buch hier soll dich an die wichtigste Sache erinnern, die ich in meinem Leben gelernt habe."

Er gab ihm das Buch. Der Titel war "Hackers".

"Was ist das? Das habe ich noch nie zuvor gesehen."

"Es handelt von einer Gruppe von Menschen, die für über einhundert Jahre bekannt dafür waren die Freiheit von Informationen zu erhalten. Es wird beschrieben, wie diese Gruppe am Ende des letzten Jahrtausends entstanden ist, als langsam klar wurde, dass das wertvollste Gut der Menschen die pure Information sein würde. Du kennst das Netz wahrscheinlich besser als ich. Sie waren verantwortlich für die Wurzeln dieses weltweiten Computernetzwerks. Sie halfen es aufzubauen und waren die ersten die es benutzten. Ich denke, du wirst das mehr als interessant finden. Denke daran mein Junge, die Information ist immer nur so vertrauenswürdig, wie ihre Quelle!"

Er drehte sich zu den anderen Büchern um.

"Ich hoffe, du findest, was du suchst. Ich weiß, du hast den Verstand und den Willen."

Jack stand ein wenig ratlos da, aber er fühlte, dass sein Vater dabei war, ihn zu verabschieden.

"Danke, Dad."

Jacks Vater drehte sich wieder zu ihm und Jack konnte plötzlich eine winzige Träne in seinem linke Aufe sehen, sie war fast unsichtbar. Nie zuvor hatte er ihn Weinen gesehen. Dann umarmten sich die beiden Männer.

"Ich bin stolz auf dich."

Auf diese Worte hatte Jack so lange gewartet. Nun, da er sie endlich gehört hatte, wußte er, dass die Zeit zu Gehen gekommen war. Er hatte alles, was er brauchte. Er hatte hier an diesem Ort alles erledigt was erledigt werden mußte. Es war endlich Zeit weiter zu ziehen.



Am nächsten Morgen nach dem Frühstück und nachdem Jacks Gepäck angeholt worden war, verabschiedete er sich von seinem Vater, seiner Muter, seinen Schwestern und Brüdern. Es waren auch ein paar der Nachbarn da, seine ehemalige Lehrerin Frau Rutherford und andere. Er umarmete jeden einzelnen und sie alle hatten sowohl gute Wüschen und Ratschläge als auch nützlich und semi-nützliche Geschenke für ihn. Die Zeremonie schien Stunden zu dauern. Dann stieg er in das HoverCar, dass ihn zum Bahnhof bringen sollte.

Man konnte den MagnoZug schon von weitem sehen. Er war nicht besonders lang, vielleicht 30 Meter miot vier Stockwerken auf jedem Waggon. Er schwebte schon über dem Boden, also würde es jedne Moment losgehen. Jack kam fast zu spät, aber er beeilte sich, dann es wäre für die nächsten paar Tage der einzige Zug hinauf in die Stadt gewesen.
Als er endlich an seinem Platz saß, kam Jack der Gedanke, dass er wohl nicht so bald zurückkommen würde. Aber der Ort an den er nun ging, würde wahrscheinlich seine Zeit brauchen, um richtig entdeckt zu werden. Es fühlte sich nicht so an, als würde er etwas zurücklassen. Es war eher so, dass er hinter etwas her reiste, dass schon längst weitergezogen war.
Das Abenteuer begann...



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characters: Jack, Leech, Father Tecks, Tridia, StoneFox
scenes: Der Anfang, Inside a rotten building, Es hat geregnet, Leech auf der Flucht, Leech in "Matrix Corner"
close-to-ready: Prolog, ChapterOne
glossar: CSB, LeechsInterface, Hacker, HackerKernel, Corp10


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