YodaWiki : LeechdasersteMalbeiStoneFox

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Hintergrundgeschichte: Leech wurde nicht wirklich physisch entführt. Vielmehr wurde sein Geist (oder residual self-image nach Matrix) aus der virtuellen Welt von Matrix Corner 'entführt'. Eine besondere Software spielt die folgende Begegnung in das Gedächtnis von Leech ein und er wird glauben -und mit ihm der Leser-, dass er entführt und wieder zurückgebracht wurde. In der letzten Szene wird dies dann aufgeklärt.

Langsam erneuerte sich das Bild vor seinem mechanischem Auge. Zumindest grobe Kontraste erschienen ihm wieder. Je nachdem wohin er den Blick richtete, blendete ihn ein weißte Fläche... oder es war komplett dunkel.
Eigenartige Stille umgibt diesen Ort, so daß Lech sich an überhaupt nichts orientieren kann.
Er tastet sich vor. Offenbar liegt er auf einer Art Sofa, fühlt sich an wie Wildleder. Der Kopf dröhnt ihm ganz schön, muß ein ganz schön heftiges Zeug sein, daß die ihm da verabreicht haben...
Seinem Auge scheint das aber nicht geschadet zu haben, langsam passt sich sein visueller Cortex wieder an das Signal der künstlichen Quelle an auch wenn es noch etwas verrauscht bleibt.
Offenbar scheint durch ein großes Fenster hinter dem Sofa grelles Licht in den Raum zu fallen. Leech erhebt sich mühsam. Er muß unfreiwillig lächeln, weil ihn die Situation plötzlich an seinen ersten richtigen Kater erinnert. Damals war er gerade 15 Jahre alt und hatte auf einer Schulfete mächtig querbeet gebechert. Damals waren alkolische Getränke für Jugendliche schon eine Weile legalisiert gewesen - die entsprechende Industrie und ihre Lobby hatten dafür gesorgt um ihren Geschäftsbereich zu erweitern - und niemand achtete besonders darauf, wer wieviel von was trank. Er wußte bis heute nicht genau, was sich an dem Abend alles abgespielt hatte, man erzählte ihm aber, er hätte ganz gewaltig mit diversen Mädchen geflirtet. Tatsächlich wachte er am nächsten morgen mit besagtem Kater auf einem ihm unbekanntem Sofa auf. Genauer gesagt auf einem ihm bekannten Mädchen aus seiner Klasse auf einem ihm unbekanntem Sofa...

Der Raum verdient wohl eher die Bezeichnung "Saal": Das Panoramafenster, das auch das einzige Fenster überhaupt ist, befindet sich in der hinteren Wand. Der Raum ist mit massiven Teppichen ausgelegt. An den Wänden hängen riesige, in verzierte Holzrahmen eingefasste Ölgemälde, Repliken von zeitgenössischer Comickunst und einige klassisches Werke aus dem später 20. Jahrhundert. Tatsächlich scheinen das sogar echte Leinwände zu sein und keine Hologafien, wie sie sonst üblich waren.
Alles hier wirkte real, eine unübliche Atmosphäre, oder zumindest ungewohnt. Er könnte es sogar ohne sein ... spüren, diese Aura. Derartige Säle gab es noch zahlreich gegen Ende des letzten Jahrhunderts, doch in den folgenden Jahren wurden mit den immer besser werdenden Holografiesystemen derartige Räume nicht mehr wirklich errichtet sondern immer öfter digital reproduziert. (Ressourcenknappheit)
Doch das hier war perfekt. Offenbar wurde dieser Raum nichts oft genutzt, auf einigen Bilderrahmenlag schon - gut sichtbar - der Staub. Wer auch immer das hatte errichten lassen war offenbar jetzt pleite und konnte sich zumindest keine Putzfrau leisten.

Am anderen Ende des Saales steht ein scheinbar ebenfalls sehr alter Schreibtisch, davor ein hoher, grüner Ledersessel. Alles irgendwie dunkel.

"Willkommen!"

Irgendjemand sitzt in dem Sessel, sein Gesicht ist aber kaum zu erkennen. Leech steht auf und geht auf den vermeintlichen Gastgeber zu.

"Oh bitte, nehmen sie doch Platz."
Plötzlich setzt sich mit hartem Krächzen das Sofa, auf dem Leech eben noch saß, in Bewegung, begleitet von lautem Krachen und Knacken, wie eine mittelalterliche Aparatur stottert das Möbel am Boden entlang zielstrebig auf Leech zu, zieht dann aber -immer noch sehr geräuschvoll- an ihm vorbei und bleibt gegenüber dem Schreibtisch plötzlich stehen. Leech schreitet hinterher und setzt sich. Doch auch von dieser Position aus ist der Mann im Sessel nur unzureichend zu erkennen. Obwohl, es gibt nur wenige Leute die ihren eigenen Auftritt so unsubtil inszenieren würden...

"Mr. Leech, ich muß mich bei ihnen entschuldigen für die unorthodoxen Methoden, derer wir uns bedienen mußten um sie hierher zu bringen. Aber die Situation erforderte diese drastischen Maßnahmen."

"Kein Problem. Schätze, sie haben mich da ziemlich aus der Scheiße gezogen."

"Zweifellos. Allerdings wird ihnen bald klar werden, wie ernst ihre Situation tatsächlich ist. Sie haben keine Vorstellung! Aber gestatten Sie, daß ich mich zunächst vorstelle: Mein Name ist John-Henry Malloque III. Aber sie werden eventuell eher unter dem Namen StoneFox von mir gehört haben."

"Aha... nun ja, das behaupten viele... warum sollte ich ihnen glauben? Es wird vielerorts behauptet, er wäre schon lange tot."

"Oh, ja, ich kenne die Gerüchte. Einige sind höchst kreativ. Tatsächlich werde ich nicht versuchen, sie von meiner Identität zu überzeugen. Das ist jetzt unwichtig."

"Ist es das? Naja, ich schätze sie haben bessere Gründe für diese Inszenierung."



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