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Mise-en-scene

Inhalt


  1. Location
  2. Farbe und Licht
  3. Kameraeinstellungen
  4. Grundmuster
  5. Rahmung des Films
  6. Schnitttechnik
  7. Personen und Gegenstände
  8. Musik und Sprache


Location


Der Film übermittelt eine eher düstere Stimmung, die durch die Wahl der Schauplätze unterstützt wird. So werden im Film hauptsächlich dunkle und trostlose Orte verwendet, die oftmals Kälte und Ungemütlichkeit ausstrahlen.
Das Haus, in dem Tyler Durden wohnt ähnelt einer Bruchbude. Es ist heruntergekommen und wirkt sehr kühl. Das Haus ist zwar sehr groß, doch ist es ansonsten unbewohnt und vermittelt dem Zuschauer eine Art Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Dieser Ort zeigt viele Gemeinsamkeiten mit dem Leben von Jack (Tyler). Jack ist sehr einsam, hat keine Freunde. Als er den Fight Club gründet, wird er zu einer Respektsperson und als Anführer gesehen. Sein Leben verändert sich, genau wie das Haus. Es tauchen immer mehr Leute in seiner Behausung auf, wodurch es seinen einsamen Charakter allmählich verliert.
Ein anderes Beispiel ist der Keller der Kneipe, in dem die Kämpfe des „Fight Clubs“ ausgetragen werden. Er ist sehr finster, nass und kalt. Dieser Schauplatz zeigt die Brutalität, mit der diese Kämpfe bestritten werden, auf. Die düstere Umgebung und die harten Böden unterstreichen dies.
Es lässt sich also sagen, dass die Schauplätze zum finsteren Zustand des Films beitragen und damit eine wichtige Rolle im in diesem spielen.

Farbe und Licht


Der Film wird überwiegend im Dunkeln gehalten, viel Licht wird hierbei nicht verwendet. Dem Zuschauer wird dadurch die dunkle Stimmung des Films, aus Gewalt und Brutalität, vermittelt. Es entsteht keine Zuneigung zu den Charakteren, die entsprechend dem dunkel gehaltenen Orten, eine düstere Stimmung verbreiten. Der Zuschauer nimmt Abstand von den Charakteren, da er sich nicht mit den immer brutaler werdenden Handlungen identifizieren kann.
Die Farben im Film sind sehr spärlich. Es werden überwiegend graue und dunklere „Farben“ verwendet, wodurch Tristes und Trostlosigkeit vermittelt werden. Die gesamte Umgebung, sowohl Häuser, als auch Strassen, werden hauptsächlich in diesen dunklen Grautönen gezeigt. Selbst die Kleidung der Charaktere ist eher dunkel gehalten (z.B. die gesamte Gruppe des Projekt „Chaos“).
Durch die kaum vorhandenen Lichtverhältnisse und Farbumgebungen wird also eine dunkle Atmosphäre geschaffen. Zudem unterstützen diese Elemente, aber auch die psychischen Probleme, die der Hauptcharakter besitzt. Es entsteht das Gefühl, seine psychischen leiden mitzuerleben und ihn auf seinem Weg zu begleiten. Die Wirkung von Licht und Farbe spielt also eine wichtige Rolle in diesem Film.

Kameraeinstellungen


Der Film enthält viele verschiedene Kameraeinstellungen, so z.B. die Totale. Die Totale wird hier verwendet um einen Überblick über die gesamte Location zu geben. Diese Einstellung taucht z.B. auf wenn die Mitglieder des „Fight Clubs“ ihre „Hausaufgaben“ machen und kriminelle Taten vollziehen. Dabei ist die Gruppe in vollständiger Körpergröße in ihrer Umgebung zu sehen. Man hat dadurch eine bessere Übersicht auf die Geschehnisse und die Handlungen, die die Gruppenmitglieder ausüben. Die Totale, aber auch die Halbtotale, tauchen zudem auf, als Jack bei den Selbsthilfegruppen ist. Dabei wird von der Kamera gezeigt wie viel Leute an den Veranstaltungen teilnehmen und wie das Schicksal jedes einzelnen aufgenommen und geteilt wird. Ein anderes Beispiel für die Totale ist die Schlussszene, als Jack und Marla Hand in Hand aus dem Bürogebäude schauen. Dabei sieht man zudem, dass sämtliche andere Bürogebäude in die Luft gesprengt werden. Hier sollen zwei Dinge auf einmal mit einer Einstellung gezeigt werden. Es soll erstens gezeigt werden, dass die Gebäude gesprengt werden und zweitens, dass Jack und Marla dabei zusehen, wie die Gebäude in sich zusammenfallen.
Im Film sind aber auch viele Halbnah- und Nahaufnahmen vorhanden. Diese werden meist verwendet, um eine bestimmte Beziehung zwischen zwei oder drei Leuten zu zeigen. Die Halbnahe wird z.B. bei den Kämpfen im „Fight Club“ benutzt. Hierbei werden meist nur die beiden kämpfenden Personen gezeigt. Dadurch wird verdeutlicht, dass es in diesem Moment nur um die beiden Kämpfenden geht. Sie sind der Mittelpunkt des Geschehens. Durch diese Einstellung eine Art Spannung, die zwischen den Beiden herrscht, deutlich.
So auch als Jack und Bob, einem Besucher einer der Selbsthilfegruppen, sich umarmen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Es geht in diesem Moment nur um diese beiden Menschen.
Die Nahaufnahme wird hier verwendet um die Gefühle, Gedanken oder Ängste von Personen zu zeigen, also um auf Mimik und Gestik hinzuweisen. So wird zum Bespiel diese Einstellung benutzt, als Marla bei den Selbsthilfegruppen erscheint. Man merkt in ihrer Mimik und Gestik eine Art Gleichgültigkeit gegenüber den Betroffenen dieser Gruppen, da sie das Leid dieser Leute nicht teilen kann. Man sieht diese Einstellung, aber auch bei Jack während er bei der Selbsthilfegruppe ist. Durch seine Mimik wird deutlich, dass er Marla nicht ausstehen kann. Die Nahaufnahmen werden aber auch oft verwendet, um die blutigen Gesichter der Personen zu zeigen, die einen Kampf hatten.
Der Film enthält auch ein paar Großaufnahmen. Damit soll auf die Wichtigkeit einiger Dinge hingewiesen werden. Es wird z.B. die Bombe, die die Bürohäuser in die Luft sprengen soll, in dieser Einstellung gezeigt. Dadurch wird klar, dass diese Bombe eine besondere Bedeutung für den Verlauf des Films hat.
Es wird aber auch beispielsweise Jacks Hand in Großaufnahme gezeigt, während sie durch eine chemische Verbrennung langsam wegätzt. Die entstehende Narbe wird später ein Zeichen der Mitglieder des „Fight Clubs“. Jedes Mitglied hat diese Narbe.

Man kann also sagen, dass bestimmte Kameraeinstellungen den Film in das rechte Licht rücken können. Der Zuschauer kann dabei die Atmosphäre, die der Film hat, spüren.

Grundmuster


Der Film besitzt viele Muster, die den Film zu einer Art Einheit machen. Im folgendem werden die wichtigsten oder auffälligsten Muster genannt. Es gibt aber sicherlich noch ein paar mehr.
Zunächst einmal ist das Muster der Erlösung durch Gewalt zu nennen. Jack hat ein geordnetes Leben, das ihn jedoch anödet. Mit Hilfe der Gewalttaten, die er später ausübt, befreit er sich aus dieser langweiligen Welt. Das Kämpfen bedeutet für ihn Freiheit, raus aus dem normalen, immer gleich ablaufenden Leben.
Es beginnt damit, dass sich Jack und Tyler Durden (sein zweites Ich), hinter einer Kneipe gegenseitig verprügeln. Das machen sie jedoch nicht, weil sie sich nicht mögen, sondern weil sie Spaß daran haben. Jack lässt hierbei Dampf ab, was ihn sehr gut tut. Sie verprügeln sich jetzt des Öfteren hinter Kneipen oder auf Parkplätzen. So etwas bleibt natürlich nicht ungesehen und so werden immer mehr Leute auf dieses Schauspiel aufmerksam. Letztendlich hat sich eine Gruppe gebildet, die sich regelmäßig verprügeln, woraus dann schlussendlich der „Fight Club“ entsteht. Es tauchen ständig neue Menschen auf, die auch an den Kämpfen teilnehmen wollen. Es wird nicht viel geredet, es zählt nur der Kampf. Die Mitglieder wollen sich ein bisschen aus dem Alltagstrott und den Sorgen und Problemen befreien. Nach den Kämpfen fühlen sich die Beteiligten sichtlich gut. Ihre Probleme sind zwar nicht beseitigt, aber sie konnten ihre angestauten Aggressionen loswerden. Das Gefühl was sie bei diesen Kämpfen erleben wird mit der Zeit zur Sucht und immer mehr Leute wollen daran teilhaben. Dieses Muster zieht sich durch den gesamten Film und tritt immer im Zusammenhang mit dem „Fight Club“ auf.
In diesem Zusammenhang ist noch ein weiteres Muster zu nennen, das Unruhe stiften und die Zerstörung. Es beginnt alles relativ harmlos, mit z.B. dem Einfügen von Pornobildern in Familienfilmen, die dann im Film kurz zu sehen sind, oder in dem die Speisen im Restaurant verunreinigt werden, beispielsweise durch das heimliche Urinieren auf das fertige Gericht. Dieses Muster taucht des Öfteren im Film auf, jedoch in einer immer radikaleren Art und Weise. Es wird nun vermehrt Gewalt angewandt. Die Mitglieder des „Fight Club“ beginnen beispielsweise eine Schlägerei mit Fremden oder sie Zerstören ganze Geschäfte.
Ein weiteres Muster, ist das Muster der „Besessenheit vom Sterben“. Dieses Muster ist grundsätzlich mit Marla Singer zu verbinden. Marla sieht es nicht so eng mit dem Tod. Sie raucht sehr viel und nimmt Drogen. Ihre Lebensphilosophie ist, dass sie jeden Augenblick sterben könnte. Für sie ist daran die Tragödie, dass es nicht geschieht.
Auch dieses Muster taucht öfter im Film auf, aber auch hier wandelt es sich. Aus ihrer Lebensphilosophie wird beinahe ernst. Sie stirbt fast an einer Überdosis Tabletten. Das Muster tritt auch auf, als Jack ihre Brust untersucht, weil sie meint sie hätte Brustkrebs. Der Tod ist in diesem Muster der zentrale Punkt.
Einen Schnitt zu machen und von Neuen zu beginnen, sein altes Leben den Rücken zu kehren und dabei seine Arbeit und seine gesamte Existenz zu verlieren, ist ein weiteres Muster in diesem Film. Es beginnt damit, dass Jack seine Wohnung, sein Heim, verliert. Als er sich daraufhin mit Tyler trifft, erklärt der ihm, dass Besitz nichts bedeutet, Schluss mit der Perfektion. Er soll die Dinge einfach laufen lassen. Deutlich wird dies, als beide Tylers altes, zerstörtes Haus betreten, in dem Jack dann einzieht. Letztendlich vollzieht Jack den Schnitt. Er hat seine alte Wohnung verloren und geht nicht mehr zur Arbeit. Damit tauscht er sein geregeltes Leben gegen ein freies Leben, ohne Besitztümer, aus.
Es werden außerdem die Kreditkartenfirmen und die zentrale Schuldenerlassungsstelle in die Luft gesprengt. Dadurch werden alle Schulden gelöscht und man beginnt wieder bei null. Das Muster tritt also häufiger im Film auf, jedoch immer in einem anderen Bezug.

Rahmung des Films


Der Film besitzt eine Art Rahmen, der sich am Anfang öffnet und dann zum Ende hin wieder schließt. Es beginnt damit, dass Jack gefesselt an einem Stuhl sitzt mit einem Revolver im Mund, den Tyler hält. Sie befinden sich in dem Hochhaus eines Geschäftsgebäudes und warten auf den „Nullpunkt“. Hiermit wird der Rahmen geöffnet.
Am Ende des Films sieht man Jack in genau der gleichen Situation. Diese Handlung stellt also eine Einheit dar. Der Unterschied liegt darin, dass man anfangs noch keine Ahnung hat wieso und weshalb Jack in dieser Situation steckt. Wohingegen man am Ende, bei genau der gleichen Situation, die Antworten kennt. Der Film beginnt und endet also genau an ein und denselben Punkt.

Schnitttechnik


Die Schnitttechnik in dem Film weist besondere Eigenarten auf, die viel Spielraum zum erörtern und deuten lässt.
Ein Schnitt erfolgt in dem Film von einer Szene zur anderen. Meist wechselt der Ort nach einem Schnitt. Diese Schnitte sind meist schnell. Man hat öfters das Gefühl, die Szene geht weiter nur eben an einem anderen Ort. Dadurch erhält der Film eine Art Eigendynamik. Man wird mit den verschiedensten Orten konfrontiert und erblickt immer neuere Menschen. Daher erhält der Zuschauer immer mehr Eindrücke und Wissen, welches ihm Antworten auf unverständliches im Film gibt.
Bevor Tyler Durden (Jacks zweites Ich) zum ersten Mal richtig in Erscheinung tritt, taucht er schon ganz kurz auf. Er wird in verschiedenen Szenen für den Bruchteil einer Sekunde in den Film hinein geschnitten, beispielsweise bei den Selbsthilfegruppen. Das passiert allerdings so schnell, dass man es erst bei mehrmaligem Sehen bemerkt. Durch diese Art von Schnitttechnik, soll dem Zuschauer gezeigt werden, dass diese Person (Tyler Durden) für den Film noch eine bestimmte Bedeutung haben wird. Nachdem Tyler dann aufgetaucht ist, verschwinden auch diese kurzen Einblendungen.
Die Schnitttechnik ist also sehr bewusst und gezielt im Film angelegt und trägt zur Einheit bei.

Tylers Blitzauftritte


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Personen und Gegenstände


Die Personen/Charaktere spielen meist Vordergründig eine Rolle. Während Gegenstände jedoch eher im Hintergrund stehen. Sie sind nicht so wichtig und haben meist zweitrangige Bedeutung.
Als Jack noch sein langweiliges ödes Leben führte, war für ihn Besitz und der materielle Wert wichtig. In dieser Phase des Films werden des Öfteren Gegenstände gezeigt, wie z.B. seine komplette IKEA- Einrichtung. Diese Gegenstände werden dann meist besonders hervorgehoben mittels einer Großaufnahme, beispielsweise sein Geschirr oder der Kühlschrank. Jack definiert sich mit seiner Einrichtung und fragt sich was zu seiner Persönlichkeit passt.
Nachdem er sein altes Leben verlassen hat und ein neues anfängt, wird der materielle Wert sehr unbedeutend. Gegenstände werden nur selten gezeigt und wenn, dann mit minderer Qualität. Sie haben keinerlei Bedeutung mehr für ihn und für alle Anhänger des „Fight Club“.

Musik und Sprache


Die Musik in diesem Film ist sehr spärlich gehalten. Sie tritt nur ganz selten im Hintergrund auf. Vielmehr werden die Originalgeräusche aus dem Alltag verwendet. Das heißt man hört z.B. den Drucker drucken, Menschen die sich unterhalten oder sonstiges. Kampfszenen werden meist in Filmen mit besonderer Musik unterlegt, die eine bestimmte Dynamik aufweisen. In diesem Film jedoch wird bei den Kampfszenen keinerlei Musik verwendet. Man hört höchstens die Anfeuerungsrufe der anderen Leute, wenn zwei Personen kämpfen. Man hört aber auch jeden Faustschlag und man merkt sofort wann ein Treffer richtig sitzt. Man hat teilweise das Gefühl, das Brechen der Knochen regelrecht zu hören.
Es kommt einen dadurch vor, selbst in der Nähe des Kampfes zu sein. Das Weglassen der Hintergrundmusik lässt die Szenen realer für den Zuschauer wirken.

Da viele Szenen mit einem Ortswechsel verbunden sind und immer andere Personen auftauchen, kann es leicht zu Verwirrungen beim Zuschauer kommen. Um diesen Szenen und damit dem ganzen Film einen Sinn zu geben, wird hier die Sprache verwendet. Der Film hat einen Erzähler, der durch Jack verkörpert wird (Ich- Erzähler). Er führt die Zuschauer zu einem verständlicheren Inhalt. Ohne ihn würde man die schnellen Schnittfolgen und Ortswechsel in der Handlung nicht immer leicht verstehen. Zudem gibt es viele Dialoge zwischen einzelnen Personen, die zum Sinn des Filmes beitragen und die gegenseitigen Beziehungen dieser Leute aufzeigt. Der Tonfall ist hierbei wichtig. Mit Hilfe des Tonfalls lässt sich z.B. herausfinden wie einzelne Personen zueinander stehen. Oder die Art und Weise wie sie miteinander umgehen lässt auch auf ihre Beziehungen zueinander zurück schließen.

Man kann also sagen, dass die Musik und die Sprache im Film dem Zuschauer eine bestimmte Atmosphäre geben und ihm den Sinn und die Bedeutung einiger Handlungen besser erklären.
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