YodaWiki : ChapterThree

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3. Kapitel

3. Kapitel

Die künstliche Sonne scheint durch den einzigen Spalt im Fenster. Eine Gestalt schiebt sich ungeduldig im Bett hin und her. Ein nicht mehr ganz so junger Mann stöhnt mehr als dass er gähnt und kraucht unter der Decke hervor. Er trägt so etwas wie eine Brille. Nicht das bißchen Licht, sondern das markerschütternde Pfeifen der Brille hat ihn offenbar aufgeweckt.

Er betätigt einen virtuellen Knopf im User-Interface und in seinem Kopf erscheint das Bild desjenigen, der ihn da eben so unsanft aus dem Schlaf gerissen hat.

"Morgen Leech! Noch lange gefeiert gestern."

"Ahh, Tecks, du Nervensäge. Ja, war spät gestern, wie immer, aber ich hoffe für dich, dass das nicht der Grund für die Störung ist."

"Naja, nicht ganz, wollte eigentlich nur wissen, was du über den Jungen rausbekommen hast?"

"Eine ganze Menge. Also: Jack Noone, 23 Jahre, wohnhaft in der Filbingerstraße 4. Das ist ein Studentenwohnheim, Appartement 12b. Wohnt dort mit Richard "Reed" Wachowksi und Geoffrey Helliks. Letzterer ist gerade im Urlaub. Studiert an der Uni Agrarwissenschaften, aber mit eher mäßigem Erfolg, bis auf die Computerkurse, da scheint er echt den Vogel abzuschießen. Hab' mich gestern mit einem alten Freund dort unterhalten. Scheint was drauf zu haben. Ich bin mir nicht sicher, ob er das weiß.

"Ja, der Standardkram halt. Nicht schlecht, aber was hast du noch."

"Naja, mein Eindruck ist, dass er durchaus Potential hat. Aber er weiß überhaupt nicht bescheid. Der alte Noone hat offenbar alles was auch nur ansatzweise mit Computer- und Informationstechnolgie zu tun hat von ihm ferngehalten. Und das mit Erfolg. Aber er ist skeptisch. Und vorsichtig. Das ist gut."

"Hmm, ja, das ist immer von Vorteil in dieser verkorksten Welt. Was meinst du also sollen wir tun?"

"Der Vorteil, wenn wir versuchen, ihn zu rekrutieren, ist wohl, dass noch keine der großen ITs auf ihn aufmerksam geworden ist. Man würde ihn nicht abwerben, nicht sehr bald. Er ist überhaupt nicht in ihrem Fokus. Aber wenn er wirklich so gut ist, wie man uns erzählt hat, dann könnte sich das lohnen."

"Ok, da du schon Kontakt hergestellt hast, möchte ich, dass du das weiter verfolgst. Zeig' ihm mal ein bißchen Magie, wir werden sehen, was er davon hält."

"Mach' ich. Mal was anderes: Wie stehen die Dinge bezüglich unseres kleinen Problems."

"Hmm, noch nicht viel Neues. Offenbar höchste Geheimhaltung. Aber wir kriegen das raus. Sie bereiten irgendwas Großes vor."

"Ja, wir müssen unsere Augen offenhalten." Grinst.

"Hahaha, das sagt der richtige. Na gut, mehr wollte ich nicht. Bis später!"

"Ja, bis dann. Ach und Tecks?"

"Ja?"

"Wenn du mich nochmal so früh aus dem Bett holst, lass ich 'nen Virus auf dich los."

"Hey, no hard feelings."

Das Gesicht verschwindet. Leech läßt sich wieder auf's Bett fallen und rekapituliert im Geist, was jetzt zu tun ist. Dann steht er wieder auf und wirft sich ein Hemd über. In seinem Kopf werden die tagesaktuellen Notizen abgerufen.

Ich muß unbedingt noch diese Software fertig schreiben.

Dann wirft er einen Blick auf die Nachrichten.

Wieder 10 Menschen spurlos verschwunden
Metakern 1. Wie die Polizei heute gegenüber Pressevertretern erklärte, hat es in den letzten 5 Wochen wieder 10 Fälle von vermissten Menschen gegeben, die nicht geklärt werden konnten. Im gesamten letzten Jahr ist die Zahl demnach auf 75 gewachsen, dass sind so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Ein Sprecher dazu: "Aufgrund der technischen Überwachung und der Vernetzung sämtlicher Computersysteme ist es in den letzten 20 Jahren immer seltener geworden, dass Menschen länger als 10 Tage vermisst wurden." Da zumindest jeder Bürger über eine ID Card und Zahlungsmittel verfügt, die er früher oder später einsetzen muss, könne man 88% aller Fälle innerhalb weniger Tage aufklären. 9% aller Fälle entfallen auf nichtgewaltsame Todesopfer, die nicht sofort gefunden werden konnten, weil sie beispielsweise nicht durch einen Chip markiert sind. Die Polizei rät daher allen Bürgern, die chronisch krank, behindert oder über 57 Jahre alt sind, sich einen Chip implantieren zu lassen, der die Vitalfunktionen überwacht. Damit ist es möglich, bei einem Notfall die Person schnell aufzufinden und Hilfe zu leisten.
Seit Jahren lag die Quote ungeklärter Vermisstenfälle weit unter einem Prozent, bei ein bis zwei Dutzend Fällen im Jahr, aber in den letzten zehn Monaten stieg die Zahl wieder sprunghaft an. Offenbar können sich die Experten noch nicht erklären, woran es liegen könnte. Die Polizei beteuert aber, es gäbe keinen Grund zur Panik, man arbeite mit Hochdruck an diesen Fällen, aufgrund laufender Ermittlungen können aber derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden. Die Bürger sind aber trotzdem aufgefordert auch selbst vorzusorgen. Locator-Chips und andere Implantierbare Sicherheitsmarkierungen gibt es schon in sehr günstigen Ausführungen. Ihr lokaler Gesundheitsmanager hilft ihnen gerne weiter. zh




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characters: Jack, Leech, Father Tecks, Tridia, StoneFox
scenes: Der Anfang, Inside a rotten building, Es hat geregnet, Leech auf der Flucht, Leech in "Matrix Corner"
close-to-ready: Prolog, ChapterOne
glossar: CSB, LeechsInterface, Hacker, HackerKernel, Corp10


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