YodaWiki : ChapterOne

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1. Kapitel

1. Kapitel

"Ruhe da drüben!"

...

Lautes Stöhnen dröhnte durch die Wände. Wenn die sich nicht langsam mal etwas zurückhalten, fallen die noch ins Koma!

"HEY! Wie wär's mal mit 'ner Pause??"

...

Toll, zum Ficken reichts noch, aber für eine Antwort offenbar nicht. Geschlagene drei Stunden waren schon vergangen aber das Buch lag immer noch genau so da, wie er es vor sich hingelegt hatte. Nicht, dass die unerträgliche Hitze, die jetzt schon seit rekordverdächtigen 23 Wochen anhielt, schon ausreichend gewesen wäre. Aber das er ausgerechnet mit dem Weltmeister im Dauersex das Apartement teilte war wirklich die Krönung. Zugegeben, bei 34 °C stellt das durchaus eine sportliche Höchstleistung dar, dass mußte man neidvoll anerkennen. Aber konzentrieren konnte man sich bei der Geräuschkulisse kaum.

Geoffrey hatte es richtig gemacht: Er hatte sich krank schreiben lassen und war mit seinen Eltern zur Erholung auf die 'Virtual Bahamas' gefahren.
Naja, das war nun keine wirkliche Option, nicht mit den paar Kröten, die der Nachhilfeunterricht an Lohn abwarf. Woher stammte eigentlich der Begriff 'Kröten' für Geld? Mußte ein uralter Begriff sein, die letzten echten Kröten fand man heute in Terrarien.

Jack warf das Buch zu und ging in die Küche. Es war ja kein klarer Gedanke zu fassen. Das war der geräumigste Raum und darum auch der mit der meisten Frischluft. Im Kühlschrank war immer was Kühles zu Trinken was primär daran lag, das die meisten Getränke als synthetische Konzentrate eingelagert waren und bei Bedarf gemischt und zubereitet wurden. Das Konzentrat wurde geliefert, denn wäre das Löschen des Durstes von der Bereitschaft der Mitbewohner zum regelmäßigen, eigenständigen Nachfüllen abhängig gewesen, sie wären schon längst verdurstet, soviel war mal sicher. Kaum hatte sich Jack einen Becher Orangenlimo synthetisieren lassen (der weder nach Orange noch nach irgendeiner bekannten Form von Limonade schmeckte, was aber kaum jemanden störte, weil echte Orangen in der Stadt eine Seltenheit waren und natürlich viel zu teuer) klappte die Tür. Ein verschwitzer nur notdürftig bekleideter Torso schob' sich hervor und der auf eben jenem Torso beheimatete Kopf warf mit einem unnötig eindeutigen Ausdruck der Satisfaktion um sich. Jack war fast ein wenig...

"Na, seid ihr endlich fertig?"

"Hähä, neidisch, oder was? Reich' mir mal auch zwei so Plürren 'rüber..."

"Nicht wirklich, eher genervt... Du weißt, dass ich für diese Prüfung lernen muß! Könnt ihr nicht woanders... ?"

"Na, ich würde ja sagen, dass ändert auch nicht mehr viel, so wie die Tests vorher gelaufen sind..."

"Muß ich mich umso mehr reinhängen, wenn ich da noch was reißen will. Und das kann ich wohl kaum wenn ihr da drüben den Reiterhof macht..."

"Hehe, mal nicht so offensiv! Schon klar. Mir must du nix erzählen. Aber wenn du meinen Rat willst, Jacky Baby, das ist nicht dein Themenbereich. Du studierst jetzt seit 10 Monaten hier und in den meisten Fächern stehst du nicht besonders gut da. Das sind keine Ausreißer, du packst es einfach nicht. Willst du nicht lieber wechseln solange du noch kannst?"

"Ach hör mir damit auf, du ,weißt, meine Eltern finanzieren mir das Meiste und Agrarbiologie ist genau das, was wir auf dem Hof brauchen. Und wohin sollte ich den wechseln?"

"Naja, in den Computerkursen bist du doch ziemlich gut. Schonmal überlegt diese Richtung einzuschlagen? Ich glaube, da hättest du Chancen! Auf alle Fälle besser als das, was du jetzt so ablieferst."

"Das kann ich nicht machen, du weißt nicht was dann bei uns zu Hause los wäre..."

"Tja, das mußt du wissen. Ich sag' dir nur meine Meinung."

"Jaja, schon gut."

"Und wenn Gee hier wäre, würde er das auch sagen. Hey, wir sind deine Freunde!! Denk' mal drüber nach...
So, du entschuldigst mich, ich muß mich da auch noch in 'was reinhängen..."

Mit einem unnötig offensichtlichem Grinsen verläßt Reed die Küche. Klasse, das wird heute wohl nix mehr.
Da bleibt nur eine Alternative.
Jack geht in sein Zimmer und packt seine Digibooks ein. Kurz noch ein Blick ins Postfach werfen:

	Buy a replica Rolex at only a fraction of the price!
	Get the financial help you need even with bad credit
	IMPORTANT! Your account has been infiltrated!!
	You have been chosen to win a bahama cruise- at no cost!!!


Immer dieser SPAM Kram. Ein faszinierendes Überbleibsel aus der Ära der Digitalisierung. In der Tat gab' es gute Spamschutzsoftware, aber wenn man sich die nicht leisten konnte, mußte man die Mails eben von Hand sortieren. Jack hatte den Filter schon soweit konfiguriert, dass er jetzt bloß noch maximal 2 dieser Nachrichten täglich zu Gesicht bekam. Verglichen zu den 3000, die dafür im Müll landeten schon ein respektabler Erfolg fand Jack. Gelegentlich half er auch dem ein oder anderen Komilitonen sein Postfach besser zu filtern, aber er hatte es noch nicht geschafft, 100 Prozent der unerwünschten Post zu blocken.
Darum behielt er diese Nachrichten auch, um zu prüfen warum ausgerechnet sie es durch sein Filterlabyrinth geschafft hatten. Aber dazu war auch später noch Zeit.



Normalerweise wurde es in diesem Teil der Stadt, in dem viele grosse Firmen ihren Sitz hatten und 10000de Mitarbeiter bei Laune gehalten werden mussten, nie waermer als 25 Grad. Die Kuehlvorrichtungen sorgten dafuer, dass niemand ins Schwitzen kam und damit eventuell Gruende hatte unproduktiv zu werden. Das die Hochschule sich auch in diesem Teil der Stadt befand war im Grunde ein Gluecksfall, weil ein Grossteil der Gebaeude von der SparkCorporation zur Verfügung gestellt wurden.
Das hatte auch den Vorteil, dass man die ohnehin relativ günstigen MagnoTrans-Linien als Student der Uni kostenfrei nutzen konnte, zumindest während des Semesters. Leider waren die aufgrunddessen auch meist überfüllt, Stehplätze waren schon heiß begehrt und es schien so, als würden die Sitzplätze auf einer Art Schwarzmarkt gehandelt und ansonsten durch irgendwelche Leute dauerhaft reserviert. Tatsächlich glaubte Jack jedes Mal, wenn er die MagnoTrans benutzte, dass es wieder die exakt gleichen Menschen waren, die da saßen. Aber möglicherweise war das auch nur ein Anflug von Stadtkoller. Er war diese Menschenmassen einfach noch immer nicht wirklich gewohnt.
Was ihn außerdem noch erstaunte war der Blick durch die Fenster. In der Tat war es gar nicht so einfach hinaus zu sehen weil die Scheiben eigentlich transparente Bildschirme waren, die Individualwerbung und Nachrichten ausstrahlten. Aber wenn man nah genug heran ging konnte man durch die Bildfasern hindurch auf die Stadt sehen. Es war immer noch ein erstaunlicher Anblick. Vor allem die kurze Strecke zwischen den beiden Plattformen - also Ridgeheat, wo Jack wohnte, und Sparkplate - war beeindruckend. Man schwebte nur auf einer flexiblen Magnetbahn in der Freiluft und zu beiden Seiten der Bahn ging es bis zu 1000m abwärts. Es war ein Gefühl als könnte man fliegen. Technisch gesehen tat man das ja auch.
Jack dachte über das nach, was Reed gesagt hatte. In der Tat war er mit seinen Fächern mehr als unglücklich und die Motivation sich noch mehr reinzuhängen als er es eh schon tat war nahezu null. Er hatte es bisher erfolgreich verhindert mit seiner Familie darüber reden zu müssen, sie wußten nicht viel über seine Leistungen hier und das war auch ganz gut so, sie wären sicher enttäuscht gewesen. Aber spätestens nach den Prüfungen würden sie wissen wollen, wie er sich machte. Was sollte er dann nur sagen??
Aber ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt war wirklich keine sehr gute Idee. Zumal es nicht sicher wäre, dass das tatsächlich die Probleme löst und die Leistungen plötzlich in die Höhe schießen würden.
Sie hatten wieder die feste Plattform erreicht und eine Häuserschlucht näherte sich bedrohlich dem Zug. Sofort sprangen die Bildschirme auf einen kleinen Werbefilm der Spark Corporation um, welcher, wenn man ihn wie Jack schon Tausendfach gesehen hatte, wirklich nur noch als krampfhafter Versuch verstanden werden konnte von der noch einfallsloseren vorüberziehenden Architektur abzulenken. Block für Block hatte man hier aneinandergepflanzt, beinahe übergangslos. Alle Gebäude waren untereinander durch Tunnel, Röhren und Haltestellen verbunden. Keine Straßen, keine Grünflächen, nichts. Manche Gebäudekomplexe hier, so erzählten sich die Leute, wären beinahe autark organisiert und die Mitarbeiter dort sähen so gut wie nie das Tageslicht. Ihr ganzes Leben spielte sich immer in denselben 4 Wänden ab, auch wenn zwischen diesen Wänden manchmal Kilometer lagen. Schwer vorstellbar. Aber niemand schien genau zu wissen was hinter diesen Mauern vor sich ging und das lieferte natürlich Stoff für allerhand Mutmaßungen.
Dann lichtete sich der Dschungel aus Wolkenkratzern. Der Campus war wesentlich freundlicher angelegt worden als der Fabrikabschnitt. Die Gebäude waren mitunter auch riesig, aber durch Grünflächen gerahmt oder anderweitig ansprechend architektonisch gestaltet. Einige Teile, darunter auch einige sehr alte Gebäude, sollen wohl von großen Hochschulen aus dem ehemaligen England hier hoch geschafft worden sein, nachdem die britischen Inseln drohten im Meer zu versinken. So befand sich die Anglistik und antike Amerikanistik beispielsweise im Cambridge-Gebäude hinter dem künstlichen See. Dort wurde auch die jährliche Ruderregatta veranstaltet wurde, die angeblich auf einen alten Brauch der britischen Hochschulen zurückgeht. Andere Gebäude kamen offenbar aus Frankreich und Deutschland. Es wahr schon ein erhebendes Gefühl zwischen diesen Artefakten der menschlichen Geschichte hindurch zu rasen.


"Nächste Haltestelle: Spark Corporation Bereich D: Hacking / Universtitätsbibliothek"





Offenbar hatte sich heute alles gegen ihn verschworen. Die Klimaanlage in der Bibliothek war ausgefallen und obwohl das Gebäude einem riesigen Senatssaal glich -tatsächlich war es eine ausgebaute Stadthalle, die man günstig irgendwo eingekauft hatte- hatten es hunderte von Rechnern und die Anwesenheit von circa 2000 Menschen an diesem Vormittag geschafft eine gefühlte Raumtemperatur von 40 °C zu erzeugen. Offenbar hatte das niemanden überzeugt das Gebäude frühzeitig zu verlassen, denn die 2000 Menschen waren auch jetzt noch da. Jack suchte sich eine ruhige Ecke hinten bei der Geekliteratur. Da war immer am wenigsten los, weil -so die verbreitete Annahme- Geeks und Nerds ihre Bücher lieber online konsumieren.
An einem großen, leeren Tisch in einer Ecke zwischen zwei Fenstern, die einen stetigen Zufluß an Frischluft sicherstellten, hing Jack seine Tasche an die Lehne und setzte sich. Noch während er seine Bücher nach dem notwendigen Material durchsuchte setzte sich ein Mann an den selben Tisch. Er hatte eine Halbglatze, war aber wohl schätzungsweise Ende Dreißig. Seine Augen wurden von einer großen retromodernen Sonnenbrille bedeckt, die wohl erstmalig Ende des zwanzigsten Jahrhunderts in Mode gewesen war und seitdem alle 15 bis 20 Jahre wieder in Mode kam. Es hingen komischerweise ein paar Kabel daran möglicherweise eingebaute Kopfhörer oder so. Seine Klamotten waren unsortiert und leger aber gepflegt unauffällig, so wie die Person im Ganzen eigentlich. Ohne Jack anzuschauen sagte er in den Raum hinein: "Ok, wenn ich hier lese?"

"Klar." murmelte Jack und wunderte sich nicht lange bevor er sich wieder seiner Arbeit widmete.

Einige Stunden später legte Jack das Buch zur Seite. Er hatte absolut keine Lust mehr diesen Kram in sich reinzuschaufeln. Für heute war es defintiv genug. Neben ihm saß immer noch der Typ und las. Er hatte einen beachtlichen Stapel Zeitschriften vor sich aufgebaut, scheinbar alles technische Magazine und auch ziemlich aktuell, kaum abgegriffen.

Als Jack seine Notizen in und seine Flasche Wasser aus der Tasche packte bemerkte er ein Buch, dass offenbar irrtümlich mitgekommen war. Es handelte sich um das Buch, das ihm sein Vater zum Abschied geschenkt hatte. Er war schon einige Male darauf gestoßen und hatte die Seiten durchgeblättert, aber richtig gelesen hatte er es nicht. Jetzt war der Zeitpunkt so gut wie jeder andere. Also nahm er eine großen Schluck aus der Flasche und schlug das Buch auf. "Hackers" von Steven Levy. "Helden der Computerrevolution" lautete der Untertitel. Schon eigenartig, dass er gerade dieses Buch von seinem Vater bekommen hatte, der nun gar nichts mit Computern am Hut hatte. Zunächst gab' es eine Wer-ist-wer-Liste mit verschiedenen Namen von Leuten. Wahrscheinlich die Figuren in der Geschichte dachte Jack. Aber zwischendurch kamen auch immer wieder Namen vor, die offenbar nicht zu Personen gehörten. Da stand z.B. :

Apple II ][
Steve Wozniak's freundlicher, verrückter, gutaussehender Computer, wahnsinnig erfolgreich und der Funken oder auch Seele einer fortschreitenden Industrie.

Das wirkte irgendwie eigenartig, die Computer zusammen mit den Menschen in einer Liste?
Jack las weiter...

http://www.gutenberg.org/dirs/etext96/hckrs10.txt

Nachdem er das erste Kapitel gelesen hatte, bemerkte er, dass er offenbar interessiert beobachtet wurde.

"Interessantes Buch?"

"Offenbar, kennen sie es?"

"Oh, sicher doch. Ein Klassiker. Für einige Menschen zumindest. Aber heute ziemlich schwierig zu bekommen. Also als richtiges Buch, so wie das da. Wo hast du's her?"

"Ich wüßte nicht, was sie das angeht?" entgegnete Jack schon etwas ungeduldig.

Sein Gegenüber täuschte ein Lächeln an und streckte ihm dann die Hand hin.

"Gute Antwort! Ich bin Leech, wie ist dein Name?"

"Jack NEEDNAME."

"Nun ja, wo auch immer du es her hast, ich hoffe, du weißt, was für ein wertvolles Buch du da in den Händen hälst. Du interessierst dich für Computer."

"Ja, ein wenig. Was ist so bedeutend an dem Buch?"

"Nun ja, es markiert in Grunde den Beginn der Hackerkultur und der Hackerethik. Gerade als das Informationszeitalter sich ganz offensiv in der Welt verbreitete, kurz bevor die Welt umspannt wurde durch das Internet und Multimedien, entdeckten einige wenige Leute die Bedeutung von Computern für die Welt und wie sich der Wert von Informationen dadurch verändern würde. Sie waren die ersten, die kreativ mit den technischen Möglichkeiten experimentierten und sie waren es die den Stein für das Computerzeitalter ins Rollen brachten. Und sie sahen auch schon die möglichen Gefahren."

"Sie wollen sagen, das ist wirklich passiert? Keine Erfindung?"

"Nun ja, möglicherweise ist es etwas ausgeschmückt und es markiert wie gesagt auch nur den Beginn. Aber ja, die Leute hat es wirklich gegeben und das meiste ist so passiert, wie Levy es beschrieben hat."

"Sie kennen sich offenbar gut aus."

Leech blickte ihm ins Gesicht und täuschte wieder ein Lächeln an, nur etwas weniger bemüht als zuvor.

"Und du offenbar gar nicht. Wie bist du an so ein Buch gekommen?"

"Ich hab's von meinem Vater bekommen, bevor ich in die Stadt gekommen bin."

"Hmm... ein wertvolles Geschenk. Davon gibt es nicht mehr viele Ausgaben. Nicht als echtes Buch."

"Naja, die meisten Bücher liegen ja heute im Netz, das wird bei diesem hier wohl nicht anders sein."

Leech neigte sich zu Jack und sprach nun beinahe im Flüsterton.

"Nun ja, das ist richtig, aber dieses Buch wirst du auch im Netz kaum finden. Es sei denn du weißt sehr genau, wo du suchen musst. Und so siehst du ehrlich gesagt nicht aus."

"Wieso? Ist es etwa verboten?"

"Nein, nicht verboten. Verbote würden eher für Aufmerksamkeit sorgen und das ist genau das, was nicht geschehen soll. Nein, das Buch wird einfach ignoriert. So wie viele andere Bücher auch. Oder auch viele andere Dinge. Sie sind da, aber niemand sucht nach ihnen, spricht über sie oder kennt sie überhaupt. Man produziert einfach soviel Ablenkung, soviel Rauschen, dass niemand mehr das eigentliche Signal bemerkt, es sei denn er sucht gezielt danach."

"Aber warum würde man wollen, dass dieses Buch nicht gefunden wird?"

"Es wirft Fragen auf. Und diese motivieren den Menschen nach Antworten zu suchen. Das ist gefährlich. Schwer zu kontrollieren. Also lieber gar nicht erst fragen. Weißt du, die ersten Leute, die mit Computern arbeiteten waren der Meinung, man dürfte sie nur für bestimmte ausgewählte Aufgaben verwenden. Die Idee, das jeder Mensch einen Computerzugang oder gar einen persönlichen Computer bräuchte, hielt man für Nonsens. Aber diese Leute hier in dem Buch fanden, dass das Schwachsinn war. Sie benutzten die Computer erstmals für banale Dinge, für kreative Dinge, für neue Dinge. Sie machten damit Musik, spielten Spiele, ließen sie Mathematikaufgaben lösen. Sie schrieben Programme und verbesserten sie. Und sie stellten Regeln auf: Damit jeder die Möglichkeit hatte jedes Programm zu verbessern, mußte er sehen können, wie es gemacht war. Er brauchte Zugriff auf einen Computer und auf den Quellcode des Programmes. Nur so kann das beste Programm entstehen. Die Information und der Zugriff darauf muss unbegrenzt und vollständig sein."

"Aber ist denn nicht alles Wissen der Welt im Netz vorhanden?"

"Ja, aber der Zugang wird kontrolliert. Und manches wird ganz gezielt verändert und angepasst. Es existieren verschiedene Version von Wissen. Information ist Macht. Aber nur wenn man den Zugriff darauf reglementieren kann. Wenn man etwas weiß, was andere nicht wissen. Das Netz zerstört diesen Vorteil, weiß es einer wissen es alle. Manchmal ist das nicht von Vorteil."

"Sie scheinen ja eine ganze Menge über das Netz zu wissen. Sie haben nicht zufällig auch Ahnung von Spamfiltern?"

"Oh, sicher. Aber wenn du dich dafür interessierst, dann hilft dir das hier sicherlich weiter."

Er zog eine Zeitschrift aus dem Stapel vor sich und gab sie Jack.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass da was drin steht, was ich nicht auch schon im Netz gelesen habe."

"Nun ja, wie gesagt, nicht alles läßt sich so leicht finden. Wirf' mal einen Blick hinein. Aber nicht verlieren, die lassen mich das Zeug hier zwar mitnehmen, aber sie wollen es auch wieder zurück. Kapiert?"

"Kapiert."

Dann erhob sich der Mann, klemmte seine Zeitschriften unter den Arm und verschwand in Richtung Ausgang. Jack wußte nicht so recht, was er von ihm halten sollte. Sehr eigenartiger Typ, wahrscheinlich sehr altmodisch, wenn man nach dem Zeug urteilte, das er da las. Aber irgendwie trotzdem interessant.

Jack blätterte in der Zeitschrift. Alles in schwarz-weiß gedruckt, richtig antik. Dann las er das Datum: 13.10.2054. Das heft war gerade mal zwei Wochen alt! Wo wurde denn so etwas heute noch gedruckt?


main page
characters: Jack, Leech, Father Tecks, Tridia, StoneFox
scenes: Der Anfang, Inside a rotten building, Es hat geregnet, Leech auf der Flucht, Leech in "Matrix Corner"
close-to-ready: Prolog, ChapterOne
glossar: CSB, LeechsInterface, Hacker, HackerKernel, Corp10


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